Halb-Elfen in Faerun (D&D), Halb-Elfen in Aventurien (DSA) und Halb-Elfen in Mittelerde (Tolkien)
Schon früh im ersten Zeitalter kam es zu den ersten Verbindungen von Menschen und Elfen, woraus sich die Halb-Elfen gründeten, die zunächst nur von den Menschen akzeptiert wurden. Die Elfen waren zu eitel und fühlten sich besudelt. Diese Ablehnung führte dazu, dass sich die Halb-Elfen, die eine eigene Kultur aufbauten, später in den Kriegen den Menschen anschlossen. Die Drow ihrerseits erinnerten sich an die Halb-Elfen und kamen auf die schändliche Idee, ihre Vettern, die Elfen mit anderen Rassen, zu kreuzen, um Rassen zu schaffen, die im Kriege durch außergewöhnliche Eigenschaften zu bestechen wüssten.
Die Halb-Elfen haben, egal welcher Verbindung sie nun entsprungen waren, immer einen schweren Stand und sie mussten darum kämpfen anerkannt und akzeptiert zu werden, doch natürlich war ihr Los nicht immer so schwierig wie in den vergangenen Zeitaltern. Mit der Zeit gewöhnte man sich an ihre Präsenz und so wurden sie auch schließlich nicht mehr so ausgeschlossen, wie zu Anfang.
Die meisten Halb-Elfen besitzen die Neugier, den Erfindungsreichtum und den Ergeiz ihres menschlichen Elternteils, und die feinen Sinne, die Liebe zur Natur und den Kunstgeschmack ihres elfischen Elternteils. Gesegnet mit diesen zumeist positiven Eigenschaften, ergeben sich für die Halb-Elfen als Rasse und für den einzelnen zahlreiche Möglichkeiten sich im Leben zu verwirklichen. Sie sind Überlebenskünstler und zudem mehr als anpassungsfähig. Dadurch eröffnen sich für sie viele Sparten der Professionen und Philosophien, die sonst eher strikt einzelnen speziellen Rassen zugeschrieben werden. Einzelne Halb-Elfen müssen natürlich ihren eigenen Weg finden, manche meistern ihr Dasein, indem sie sich wirklich zu beiden Rassen zugehörig fühlen und ihr Dasein als "Halb-Blut" akzeptieren; andere hadern ihr Leben lang mit dem Gefühl, alles und nichts zu sein. Je nach Erziehung gehen manche Halb-Elfen auch dazu über, sich ganz der einen Seite in sich zu verschreiben.
Im Übrigen gibt es keine Halb-Misch-Elfen, so wäre das Kind eines Sonnenelfen und einer Wildelfe trotzdem immer entweder ein Sonnenelfenkind oder ein Wildelfenkind, sowohl im Aussehen, als auch in den Eigenschaften. Ist ein Elternteil Drow, so setzt sich dieses Blut meistens durch, menschliche und andere elfische Gene hingegen sind eher rezessiv. Halb-Elfen haben gut ausgeprägte Sinne und können auch in schlechten Lichtverhältnissen, zum Beispiel während der Dämmerung, noch gut sehen.
Es obliegt natürlich der Wahl der Eltern, wie elfisch oder menschlich geprägt der Name ihres Kindes sein wird, der dieses für den Rest des Lebens begleitet, doch meistens wird ein klangvoller Name mit leicht elfischem Einschlag gewählt, der Familien- oder Sippenname wird natürlich in der Regel unverändert übernommen, wobei gerade weltgewandte Halb-Elfen sich auch gerne einen alternativen oder Künstlernamen zulegen. Die Menschen Faeruns haben viele Sprachen, die sich nach Region und Lebensraum richten, die Elfen hingegen haben eine einzige Sprache, die von allen Unterrassen gesprochen wird, mit Ausnahme der Drow. Die Halb-Elfen sprechen in der Regel die regional vorherrschende Sprache, sowie die Allgemeinsprache für eine universelle Verständigungsmöglichkeit.
Halb-Elfen kann man in nahezu jedem Land Faeruns antreffen, vor allem aber in den nordwestlichen Ländern wie Amn, Cormyr oder entlang der Schwertküste, da hier Elfen und Menschen die meisten Berührungspunkte haben. Entsprechend seltener findet man sie in den Dschungeln Chults oder in den östlichen Ländern wie Thay. In der Shaar und in Damara gibt es besonders viele Halb-Drow. Rund um die großen alten Elfenrefugien wie Evereska und Cormanthor gibt es zahlreiche Städtchen und Dörfer, die fast ausschließlich von Halbelfen bewohnt werden.
Halb-Elfen sind in der Regel zwischen 1,50 m und 1,80 m groß und wiegen zwischen 40 und 80 Kilo. Männer sind dabei tendeziell größer und schwerer als Frauen und manche lassen sich sogar einen feinen Bart stehen. Charakteristisch sind natürlich ihre leicht spitzen Ohren und ihre etwas länglichen und schmalen Gesichtszüge, sowie der Körperbau, der etwas feingliedriger ist als der eines Menschen.
Die Halb-Blüter in den Ländern Aventuriens sind entweder Kinder zweier Halbelfen oder Kinder eines menschlichen und eines elfischen Elternteiles. Beides ist relativ selten, doch kommt es immer wieder vor. Dabei spielt es jedoch keine Rolle, ob nun die Mutter oder der Vater vom Volke der Elfen ist. Man sagt allerdings, dass die Geburt eines Halb-Elfen-Kindes besonders risikoreich sein soll. Daran und an den Schwierigkeiten der Schwangerschaft haben viele zu leiden. Die meisten Verbindungen fußen auf nicht dauerhaften Verbindungen, da Elfen nur mit anderen Elfen das "Freundschaftslied" spielen können, das ihre Seele untrennbar verbindet. Die Kurzlebigkeit des menschlichen Elternteils vergönnt oft nur eine begrenzte gemeinsame Zeit. Da Elfen beiderlei Geschlechts ihre Fruchtbarkeit kontrollieren können, sind ungewollte Halb-Elfen-Kinder jedoch äußerst selten.
Oft sagt man, dass Halb-Elfen viele gute Eigenschaften in ihrem Blut haben, sie verbinden die Kunstfertigkeit und Feinfühligkeit ihrer elfischen Vorfahren mit der Spontanität und der Vielseitigkeit des Menschen. Anders als Elfen werden sie schnell erwachsen und erlangen die nötige Reife fast ebenso schnell wie junge Menschen, dabei erfreuen sie sich einer leicht überdurchschnittlichen Lebensspanne (an menschlichen Maßstäben gemessen). Oft sind sie sehr neugierig und viele von ihnen sind auch magisch begabt. Wird diese Gabe gefördert, können sie zu Gilden-Magiern werden, aber auch zu den intuitiv begabten Zauberwebern der Elfen, je nach Einfluss ihrer Umwelt. Wird diese Gabe hingegen nicht gefördert, können sie zu sogenannten Magie-Dilettanten werden, die nur über einige unausgereifte Effekte in ihren Kräften verfügen. Halb-Elfen sind oft lebensfroh und aufgeschlossen gegenüber neuen Eindrücken. Viele sind dabei unbeständig, einige gar naiv oder unzuverlässig. Ihr Leichtsinn handelt ihnen oft Ärger ein, doch sicher tut man ihnen mit vielen Vorurteilen unrecht, denn während man die Elfen in den Südlanden noch ehrfürchtig als "Dschinne" bezeichnet, haben Halb-Elfen es sehr schwer eine Schiffspassage zu bekommen, da man fest glaubt, dass sie bei der Seefahrt Unglück bringen (jedenfalls wenn man ein tättoowierter Seemann ist und derer gibt es viele). Ihre Prägung hat wesentliche Relevanz für den Ablauf ihres Lebens, so können sie zu stillen und meditativen Waldläufern werden, aber ebenso auch zu wortgewandten Glücksrittern in der Gesellschaft der Menschen. Manche verfügen über die Gabe des zweistimmigen Gesanges, jene unter ihnen haben das Glück, in einer elfischen Gemeinschaft das Salasandra mitgestalten zu können, was sie zu vollwertigen Mitgliedern der Sippe macht. Halb-Elfen haben sehr scharfe Sinne und können auch im Halbdunkel gut sehen.
Die Namen werden im Wesentlichen davon bestimmt, bei wem das Kind aufwächst bzw. ob es sich dabei um eine elfische Sippe oder um eine menschliche Umgebung handelt. Es mag ebenso bei Alrik enden, wie auch bei Firuliel. Meistens sind dann auch Vor- und Nachname einer Natur, nur selten finden sich Kompromisse in Zweitnamen oder zum Beispiel durch einen elfischen Vor- und einen menschlichen Nachnamen oder umgekehrt. Viele Halb-Elfen wachsen in Aventurien zweisprachig auf, doch die klangvolle Elfensprache beherrschen natürlich nur jene unter ihnen, die mit zwei Stimmen sprechen.
Die meisten Halb-Elfen leben im Norden Aventuriens, vor allem im nördlichen Mittelreich, im Bornland, in Andergast, Nostria, aber auch in Mhanadistan und Aranien, sowie natürlich in den Sippengebieten der Elfen, wobei dies eher die Wälder und Auen umschließt, da die Firnelfen aus dem Eis nur äußerst selten mit Menschen in Berührung kommen, am ehesten wohl noch mit den Norbarden und Nivesen.
Halb-Elfen haben in der Regel den schmalen Körperbau ihrer elfischen Vorfahren, die Männer haben auch keinen Bartwuchs. Sie werden meistens groß und haben feine Gesichtszüge, allerdings sind diese nicht ganz so schmal und "ausgefallen" wie die der Elfen. Die Ohren laufen spitz zu, sind aber nicht allzu lang. Haar- und Augenfarben erscheinen allerdings so vielfältig wie bei den vielen Blutlinien der Menschen.
Die elfische Lebensweise, die einige von ihnen auch erfahren, ist die der Sippen-Loyalität und der Scheu gegenüber der Außenwelt. Zwar sind alle Elfen von Natur aus neugierig, aber fremde und allzu "menschliche" Einflüsse, lehnen sie meistens als "badoc" ab. Stattdessen leben sie zurückgezogen und in familiärer Harmonie. Männer und Frauen übernehmen jedwede Arbeit, es gibt keine geschlechterspezifischen Arbeiten. Man lebt mit der Musik, der gemeinsamen Gesänge des Salasandra und von der Jagd. Die Elfen haben ein Seeleninstrument, ein sogenanntes "Iama", das ein Stück ihrer Selbst darstellt. Auch leben sie entsprechend der Charakteristika ihres Seelentieres. Auf diese Lebensweise hin erzogene Halb-Elfen unterscheiden sich kaum von reinblütigen Elfen, wenn sie vollkommen in der Gemeinschaft aufgenommen wurden.
In der menschlichen Gesellschaft hingegen werden sie oft misstrauisch beäugt; sie können zwar viel erreichen, aber meistens traut man ihnen wenig Verantwortung zu und so bleiben ihnen hoch angesehene Posten oft verschlossen. Beneidet werden sie jedoch für ihren natürlichen Charme und das jugendliche Aussehen, das ihnen durch ihr Blut vergönnt ist.
Die ersten Berichte über Halb-Elben stammen noch aus dem ersten Zeitalter, ehe die drei großen Völker der Vanyar, Noldor und Teleri gen Aman zogen. Auf dem Weg traf Thingol der Graue auf Melian, die Maia und sie beschlossen in Arda zu bleiben. Ihr Kind war die sagenumwobene Luthien Tinúviel, die wiederum später in Liebe zu dem Menschen Beren aus dem Hause Beors entbrannte. Auch sie hatten wiederum halb-elbische Nachkommen. Nicht oft kam es vor, dass Menschen und Elben trotz ihrer Freundschaft sich auch in Liebe verbanden; war ihr Schicksal doch oft zu verschieden und ebenso ihre Lebensspanne, doch blieb Luthien nicht die einzige ihrer Art. Auch Elrond aus Imladris und Arwen Undómiel sind bekannte Vertreter ihrer Rasse. Schon früh gab es also die ersten Halb-Elben und ihre Zahl wuchs langsam, aber stetig im Laufe der nächsten Zeitalter.
Die Halb-Elben in Mittelerde zeichnen sich durch ihre Klugheit und Lebenskraft aus; sie sind mutig, von hübschem Angesicht und oft mit einem starken Willen gesegnet. Sie verfügen über die unsterbliche Geduld ihres elbischen Blutes, handeln aber auch, wenn sie den Anlass sehen, etwas Großes zu bewegen. In ihren Überzeugungen und auch in der Liebe geben sie sich unerschütterlich, viele von ihnen haben schon große Schicksale beeinflusst. Aus Sicht der Elben sind sie etwas eigenwillig und aufbrausend, doch begegnet man dem mit Verständnis und nur noch mehr Geduld, auch wenn man sie gewissermaßen ein wenig nach ihrer eigenen Lebensweise zu erziehen versucht. Halb-Elben sind ebenso unsterblich wie ihre Elben-Vorfahren, doch tief im Inneren müssen sie sich entscheiden, in welchem Erbe sie aufgehen wollen und so schwindet auch ihre Lebenskraft, wenn sie sich den Menschen anschließen. Insgesamt sind die Halb-Elben in ihrer Lebensweise und in ihren Empfindungen den Elben sehr viel ähnlicher als den Menschen. Sie sind sowohl künstlerisch, als auch in der Kriegskunst begabt.
Alle Halb-Elben haben klangvolle und stolze Namen, wie auch die Elben selbst, jeder hat auch einen bedeutungsvollen Beinamen, der ihn oder sie in seinen Eigenschaften und der Seele auszeichnet. In den Kreisen der Menschen werden die Namen oft sinngemäß übersetzt verwendet. Oft verfügen sie über Kenntnisse in der Sprache der Menschen, die meisten Halb-Elben sprechen aber das gebräuchliche Sindarin.
In den frühen Zeitaltern lebten die Halb-Elben nahe bei ihren elbischen Verwandten in deren Refugien wie Nargothrond und im Südwesten Beleriands nahe der Küste. Auch später sah man sie eher in Imladris oder in Thranduils Waldkönigreich, als in den Reichen und Städten der Menschen. Mittlerweile gibt es kaum noch Halb-Elben in Mittelerde, die meisten zog es über das Meer nach Aman: das Land der Unsterblichen.
Für Menschen sind Halb-Elben von Elben kaum zu unterscheiden, denn ihr Antlitz und ihre Körper sind sehr stark nach den elbischen Merkmalen geprägt: Spitze Ohren, helle Augen und vornehm blasse Haut, von großem, schlankem Wuchs und einer überirdischen Ausstrahlung. Ihre sonstigen äußeren Merkmale richten sich vor allem nach den Volksstämmen der Eltern. Die Vanyar haben charakteristisch blondes Haar, die Noldor hingegen eher dunkles und ebenso verhält es sich bei den Menschen, Numerer haben etwas dunklere Haut und dunkleres Haar, Rohirrim haben fast ausnahmslos blaue oder grüne Augen und blondes Haar.