Gnome sind Wesen von einer merkwürdigen Ambivalenz. Sie vereinen auf den ersten Blick einander widersprechende Eigenschaften und funktionieren trotzdem in ihrer Umgebung.
Gnome sind kleine Wesen, nur unwesentlich größer als Halblinge und schon deutlich kleiner als Zwerge. Ihre angebliche Verwandtschaft mit den Zwergen beruht wohl auf dem ähnlichen Körperbau, auch wenn Gnome bei weitem nicht so massiv erscheinen. Außerdem teilen sich die beiden Völker die Hingabe zum männlichen Bart. Wo Zwerge aber lange ausufernde Vollbärte bevorzugen, stutzen Gnome den ihren und halten ihn kurz und in verschiedenen "Frisuren".
Gnome leben in großen Kernfamilien, die aufgrund der Langlebigkeit, meist mehrere Generationen umfassen. Diese Kernfamilien wiederum sind fester Bestandteil einer Dorfgemeinschaft. Gnome bauen keine großartigen Bingen wie die Zwerge, sondern die einzelnen Familien leben in eigenen Untergrundbehausungen; zumeist in Hügel gebaut, ähnlich sesshaften Halblingen. Zu den einzelnen Familienwohnungen gesellen sich in einem Gnomendorf noch einige kommunale Versammlungsplätze - natürlich auch unterirdisch, aber in abgelegenen Dörfern kommt es vor, dass zum Beispiel das Theater gerne auch mal überirdisch liegt.
Gnome werden von Klein auf dazu erzogen, ihren Teil zur Dorfgemeinschaft beizutragen. Andererseits lässt man den Heranwachsenden allerdings auch jegliche Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Diese sich eigentlich widersprechenden Signale zeigen das grundsätzliche Wesen der Gnome auf, eine ausgeprägte Ambivalenz, beziehungsweise den ständigen Versuch, das Innere und das Äußere im Gleichgewicht zu halten. Nur wer sich für die Gemeinschaft einsetzt, verdient auch, ein Privatleben zu haben und nur wer ein Privatleben hat, kann richtig für das Dorf sorgen.
Dieser Zwiespalt zieht sich durch alle Aspekte des Gnomenseins. Das Volk der Gnome ist tief verwurzelt in Tradition und Geschichte, strebt aber gleichzeitig nach ständiger Innovation und Erneuerung. So kommt es denn, dass Traditionalisten und "Rebellen" sich gegenseitig beeinflussen, ergänzen und - ganz wichtig - die Waage halten. Dieser Umstand führt sich wohl auf die, im Gegensatz zu Menschen und Halblingen, relative Langlebigkeit zurück, die aber, im Gegensatz zu Elfen und Zwergen, nicht zu lang ist, so dass die Notwendigkeit der Erneuerung dem Volk als ganzes besser bewusst ist.
Gnome sind vor allem bekannt für zwei Dinge: Erfindungsreichtum und ihr, manchmal eigenartiger, Sinn für Humor. Der Drang zur Innovation stützt sich, wie oben schon geschrieben, auf die grundlegende Zwiegespaltenheit des gnomischen Volkes. Der Sinn für Humor fußt ebenso darauf. Zur Erklärung: Gnome spielen mit Vorliebe Streiche. Sich selbst, anderen Völkern, intelligenten Monstren, etc. Im Normalfall sind diese Streiche nicht dazu gedacht, das "Opfer" dumm da stehen zu lassen, sondern ihm auf verspielte Art und Weise zu zeigen, dass er Schwächen hat, jene Schwächen ausmerzen kann (und sollte) und man als Gnom ihn aber trotzdem mag, falls er das nicht schaffen kann. Auch hier spielt wieder der Drang nach Erneuerung zusammen mit dem Hang nach Traditionen. Den Gnomen ist bewusst, dass jede Veränderung auch (Wachstums-)Schmerzen bedeutet und es nicht immer leicht ist, sich zu ändern. Deswegen kann man jemandem auch nicht böse sein, falls jener in seinem alten Trott bleiben will (vor allem, weil ja jener alte Trott nicht von vornherein etwas Schlechtes ist).
Gnome sind ausgeprägte Individualisten
Gnome sind aber auch ausgesprochen gemeinschaftlich
Gnome sind Erneuerer
Gnome sind Traditionalisten
Gnome sind allerdings vor allen Dingen das, was ihr draus macht