Man verbindet mit jedem Wort etwas Anderes, das Einfluss auf die Atmosphäre hat. Wenn man auf diese Feinheiten achtet, kann man bereits mit sehr wenig Aufwand sehr viel Atmosphäre erzeugen.
Wenn man einigermaßen geübt im Umgang mit Emotes ist, kann man anfangen, über die Emotes selbst nachzudenken, denn auch innerhalb dieser Emotes kann man jede Menge Atmosphäre erzeugen; schon allein, wenn man ein anderes Wort wählt. Es macht einen riesigen Unterschied, ob ein Charakter nun schreibt, er...
...*geht hinter der Gruppe*
...*schleicht hinter der Gruppe*
...*stapft hinter der Gruppe*
...*wankt hinter der Gruppe*
...*schreitet hinter der Gruppe*
...*tappst hinter der Gruppe*
Wie hoffentlich an diesen Emotes zu sehen ist, erzeugt jedes dieser Emotes eine andere Situation, obwohl es fast das gleiche Emote ist - selbst das sich verändernde Wort ist eigentlich das gleiche Wort und bleibt stets ein Synonym für das anfangs genutzte "geht"; es sind ähnliche Worte und können gut füreinander ausgetauscht werden, unterscheiden sich aber doch. Dennoch verbindet man mit jedem Wort etwas Anderes, das Einfluss auf die Atmosphäre hat. Wenn man auf solche sprachlichen Feinheiten achtet, kann man bereits mit sehr wenig Aufwand sehr viel Atmosphäre erzeugen und sehr schöne Emotes basteln.
Ebenso wichtig für die Sprache könnte es sein, sich ein paar Gedanken zur "Anrede" zu machen. Im Mittelalter war das uns geläufige "siezen" beispielsweise gar nicht üblich. Dort wurde eher "geduzt" oder "geihrt". In Fantasy-Rollenspielen ist die Tendenz dazu, alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist, zu "ihrzen":
"Könntet ihr mir das Tablett reichen?"
"Ich werde euch erdolchen und dann mit euren Haaren Gitarre spielen!".
Genau betrachtet ist das natürlich nicht ganz korrekt. "Ihrzen" ist eigentlich eine überaus korrekte und höfliche Form. Sie wird gewöhnlicherweise von Untergebenen an Höhergestellte verwendet. Während andersherum der Höhergestellte den Untergebenen eher gedutzt hat - bei besonderen Personen oder wenn der Höhergestellte besonders arrogant ist, würde es auch passen, in der dritten Person von sich zu reden, zum Beispiel: "*redet mit Gerus und meint Gerus* Möge er sich hinweg begeben". Das "duzen" ist eine sehr vertrauliche Form der Unterhaltung, häufig von der Unterschicht benutzt oder von Leuten, die sich um Umgangsformen keine Gedanken machen.
Auch für die Darstellung von Fremdrassen kann es wichtig sein, sich hier Gedanken dazu zu machen. Da gibt es natürlich auch keine Richtlinie, aber Halblinge sind häufig schneller dabei, jemanden zu "duzen", auf Grund einer eher kindlichen Vertrautheit; bei Elfen wiederum könnte es vielleicht auch auf ein "du" hinauslaufen, da Elfen sowieso nicht wirklich unterscheiden. Andererseits könnte es aber auch genau andersherum sein. Nichtsdestotrotz sind das sicherlich interessante Aspekte, mit denen man sein Charakterspiel bereichern kann, wenn man sich ein wenig Gedanken um die Benutzung von solchen Sachen macht.
Wie ihr letzten Endes euren Charakter auftreten lasst, das ist natürlich euch überlassen. Es muss sich auch nicht unbedingt am Mittelalter orientieren, aber sich ein paar Gedanken darüber zu machen, hilft zumindest dabei, herauszufinden, wie der Charakter bei Anderen wohl vermutlich wirkt und ankommt. Wollt ihr einen überhöflichen Charakter spielen, dann seid ihr gut damit bedient, viele Leute zu "ihrzen". Unhöfliche oder gesellige Charaktere werden das "du" wohl direkt benutzen oder sehr schnell dort hinüber wechseln. Was man aber besser nie benutzen sollte, ist das "sie" - das ist einfach zu modern, also lieber Finger weg davon, denn das klingt sonst nach modernem Bürokraten-Deutsch.