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Politik

Offiziell ist Seldaria ein Fürstentum, beherrscht von der Zentralgewalt in Fürstenborn. Allerdings schwankte die Macht der Zentralregierung stets erheblich.

Unter Fürst Ardul I war die Zentralgewalt allgegenwärtig und überall sowohl respektiert als auch gefürchtet. Unter Fürst Revil Ardul V war die Zentralgewalt beinahe ohne jede Kontrolle. Um überhaupt die Kontrolle außerhalb der Stadt zu sichern, sicherte sich Revil die Unterstützung eines Paladin-Ordens aus den freien Städten. Nur so ist wohl zu erklären, dass seitdem in einem Teil Seldarias seine Gesetze nicht mehr gelten, denn dem Paladin-Orden wurde ein ganzer Landstrich zu sehr vorteilhaften Konditionen verkauft; inklusive aller Herrschaftsbefugnisse.

Insbesondere dadurch, dass ebendieser Orden wohl zufällig auf eine sehr ergiebige Eisenader stieß und dass somit die teuren Importe wegfallen konnten, erholte sich die Zentralgewalt schrittweise unter Fürst Ragherys Ardul VI. Unter Taruk Ardul VII kam es dann zu den Ereignissen, die als Bieraufstand in die Fürstenborner und seldarianischer Geschichte eingehen sollten (dazu mehr unter Geschichte). Das Ergebnis war nicht nur eine neue Fürstin, sondern auch ein erheblicher Schlag für die Stärke der Zentralregierung.

Die Trennung zwischen bedingungslos treuer Fürstengarde und eher "republikanisch" gesinnter Stadtgarde, die Bestellung von Räten, welche in vielen Teilbereichen zumindest mitbestimmen können ... das alles führte zu einer Situation, in der Seldarias Macht recht fragmentiert ist. Tempelgarde, Fürstengarde, Stadtwache, der verbündete Paladin-Orden ... zusammen sicherlich eine bedeutende Macht, aber mit der Fragmentierung sank auch die Möglichkeit zu koordiniertem Handeln.

Innenpolitik

Innerhalb Fürstenborns ist die Ordnung sehr stabil. Die Stadtwache hat die Lage zu jeder Zeit unter Kontrolle. Anders mag dies in Hammerhütte und insbesondere den Ländereien dazwischen aussehen, die allerdings nicht besiedelt sind. Seldarias Gesetze gelten innerhalb Fürstenborns uneingeschränkt, könnte man sagen, auch wenn es natürlich, wie in jeder Großstadt (Fürstenborn hat circa 15.000 Einwohner), Ecken gibt, die sich ihre eigenen Gesetze machen; in Fürstenborns Fall insbesondere im Hafenviertel, wo wohl Sahil ibn Kwasir mehr Macht halt als die offizielle Regierung.

An der Spitze Seldarias steht die erst 8-jährige Fürstin Eleara, welche dank ihres Alters noch nicht einmal den Beinamen "Ardul" tragen kann, der traditionsgemäß jedem Thron-Erben im Alter von 14 Jahren verliehen wird. Wie es zu diesem Namen kam, kann unter Geschichte nachgelesen werden.

Als Folge des Bieraufstandes (Geschichte) und des überstürzten Machtwechsels von ihrem Vater auf Eleara entstand ein System aus sich gegenseitig beäugenden Räten und Beratern. Manche meinen, dass die Stadt seitdem deutlich ungerechter und intriganter wurde als es in all den Jahren zuvor der Fall war, in denen der Herrscher die absolute Macht innehatte.

Außenpolitik

Nördlich, hinter dem Meer liegen etliche Stadtstaaten, deren Namen wohl kaum jemand alle aufzählen kann. Mit einigen dieser Städte besteht Handelskontakt. Alle sind sie aber für sich zu klein, um politisch relevant zu sein. Fürstenborn selber ist diesen Städten nicht ganz unähnlich, außer dass es mehr Hinterland hat. Einst gab es Bestrebungen eine Allianz der freien Städte zu gründen, die allerdings jeweils wieder scheiterten.

Einzig Usu-Wha ist im Norden als eine starke politische und militärische Macht bekannt, allerdings ist es eher isolationistisch veranlagt, also kein Aggressor. Aus Fürstenborner Sicht ist dieses Land exotisch. Der selbstauferlegte Isolationismus Usu-Whas geht so weit, dass sie nur einen einzige Stadtteil für Fremde öffnen, sozusagen ihr Nadelöhr zur Welt.

Aus Fürstenborner Sicht fiel Usu-Wha nur zweimal auf. Einmal kürzlich, als der erste Handelskontakt hergestellt wurde: Fürstenborns Lieferung bestand in erster Linie aus landwirtschaftlichen und gnomischen Erzeugnissen; im Tausch erhielt Fürstenborn dafür ebenfalls in erster Linie landwirtschaftliche Erzeugnisse und etwas Schmuck.

Das andere Mal war, als der Vorgänger der gegenwärtigen Fürstin, ihr Vater Taruk Ardul VII, bei der Wahl seines Exil-Ortes ausgerechnet für Usu-Wha entschied, nachdem er zum Abdanken gezwungen wurde (Geschichte) - und noch mehr, als schon am folgenden Tag ein Schiff aus Usu-Wha eintraf, um den Exilanten abzuholen. Damals hielt sich einige Monde das Gerücht, dass Magie im Spiel sein musste, aber schon bald löste das eine Stadtgespräch das andere ab.

Südlich des Drachenkamms hingegen, der sehr eindeutig als Wetterscheide fungiert, herrschen vollständig andere klimatische Bedingungen. Die feuchte Seeluft fällt aus und überhaupt verirren sich kaum Wolken über die weiten Steppen der Gegend, die für den typischen Seldarianer lediglich "die Südlande" heißen. Die Südlande sind, ein kulturloser, uninteressanter und lebensfeindlicher Fleck, so ist Volkes Meinung. Wilde, unzivilisierte Stämme blutrünstiger Horden bekriegen sich und alles Fremde - ohne jeden Sinn und Verstand.

Alle Informationen über das Land sind sehr bruchstückhaft, zu großen Teilen sind es wahrscheinlich stark übertriebene Berichte von Abenteurern. Direkt hinter dem Drachenkamm ist eine weite Wüste, soviel scheint recht klar zu sein. Die Temperaturen sollen tagsüber auf unerträgliche Höhen steigen, nachts hingegen soll es unerträglich kalt sein. Was hinter der Wüste ist .... es weiß eigentlich niemand. Den Gerüchten nach, auf die kaum jemand etwas gibt, soll es fern im Süden ein Gebirge geben, gegen das selbst der Karatas wie ein alberner Hügel wirkt, als höchster Berg des Drachenkamms.

Außenpolitische Beziehung gibt es keine zu allen Gebieten jenseits des Drachenkamms, zumindest keine, von denen die Bürger etwas wüssten. Klar ist nur, dass die Südländer die Erbfeinde Seldarias sind. Schon Fürst Ardul I musste gegen sie kämpfen. Kurz zusammengefasst könnte man sagen: Wenn man wüsste, wem man eine entsprechende Botschaft überbringen könnte, dann würde man noch heute den Südlanden den Krieg erklären.