Die Geschichte eines Landes besteht natürlich aus unzähligen Kleinigkeiten, und daher wollen wir uns hier nur auf die Epochen konzentrieren; auf die wichtigen Wendepunkte.
.. noch bevor Seldaria überhaupt als Land existierte: Die Wälder waren noch größer, nur vereinzelt gab es überhaupt Humanoide - feste Siedlungen gab es keine. Einige Elfen kamen vor nun schon über 3.500 Jahren und siedelten, ohne große Städte zu errichten und ohne sich groß zu vermehren. Über 1.000 Jahre ist es her, dass zum ersten mal Gnome gesichtet wurden. Diese gründeten später eine gnomische Siedlung namens Born, denn sie lag in der Nähe eines Bächleins und eines Sees. Die Menschen waren wohl inspiriert dadurch oder vielleicht war es auch einfach an der Zeit dafür, jedenfalls gründeten sich um diese Zeit herum auch die ersten menschlichen Siedlungen; keine langandauernden, keine großen. Manche Gnome meinen zu wissen, dass es in dieser Zeit auch Kontakt mit Zwergen gab, die aber viel zu beschäftigt Stollen gruben, als dass der Kontakt enger hätte werden können.
Etwa vor 800 Jahren begann die menschliche Entwicklung, sich zu beschleunigen. Es gab nun im Gebiet des heutigen Seldarias einige barbarische Stämme. Vor rund 400 Jahren zogen auch Menschen nach Born, der gnomischen Stadt. Schnell bildeten sie auch die Mehrheit der Bevölkerung, da sie sich deutlich schneller vermehrten. Konflikte zwischen Menschen und Gnomen gab es allerdings kaum welche.
... ist eng verbunden mit der Person von Ardul, dem ersten des später berühmt werdenden Namens. Geboren wurde er vor nunmehr beinahe 350 Jahren (1033 TZ) in Born, der ursprünglich gnomischen, aber da schon menschlich dominierten Siedlung. Ardul wurde schnell zum Führer der Borner Menschen.
In einer Zeit zunehmender Überfälle aus den Südlanden, die zunehmend organisierter wurden, schlossen sich die wilden Stämme unter Arduls Führung zusammen. Es kam zu einem Krieg zwischen Arduls Streitmacht und den Heeren des Südens, wobei dieser Krieg früh zugunsten der Südlande entschieden schien, bis zur letzten Schlacht.
... so sollte der Ort der letzten Schlacht später genannt werden. Aussichtslos schien die Lage, als Ardul und der kümmerliche Rest seiner Streitmacht sich den nun hoffnungslos überlegenen Heeren des Südens gegenüber sahen. Und dann geschah etwas, das man nur als Wunder bezeichnen kann: Unerklärliche Winde kamen auf - viele meinten, in ihnen das Rufen der Gefallenen zu hören. Etliche der Südländer fielen über die Klippen; anfangs durch den Wind, später zunehmend durch die unweigerlich aufkommende Panik. Und so wandte sich das Blatt auf mysteriöse Weise. Umso strahlender kehrte Ardul nach Born zurück, nun als Herrscher uneingeschränkt akzeptiert von ganz Seldaria, das er nun gründete.
... war der neue Name, den Ardul nach seiner Fürsten-Krönung der ehemals gnomischen Siedlung Born gab. Die Stadt wurde ausgebaut, deutlich über Bedarf. Das Bevölkerungswachstum hielt nicht Schritt mit den Ambitionen Arduls. Und so ist es zu erklären, dass Ardul einige gnomische Magier mit der Lösung seines Problems beauftragte. Heraus kam das Weltentor, ein Portal, das den Zweck hatte, Menschen aus allerlei Gegenden nach Fürstenborn zu bringen; wo sich Ardul anschickte, ihnen eine gute Heimat zu bieten.
... begann mit einer Manipulation des Weltentors, schon in seinen Ursprüngen. Ein bewusst eingewebter Konstruktionsfehler sorgte dafür, dass nicht nur anständige, rechtschaffene Leute direkt von der Oberfläche ferner Gegenden "weggefischt" wurden, sondern auch zum Beispiel Kreaturen des Unterreiches (Dunkelelfen und derlei). Nur verließen sie das Portal nicht in Fürstenborn, sondern einem zweiten, mit dem ersten verbundenen geheimen Portal. Nach und nach wurde der Strom solch dunkler Elemente in das Land natürlich bekannt, aber es verging durchaus Zeit, bis die Ursache gefunden war: die Sabotage des Weltentors.
Es war unumgänglich, dass es daraufhin zu einem Krieg kam, und zwar gegen den Erzmagier von Dunkelbrunn, wie sich die neue Gefahr im Herzen Seldarias nannte. Jahre des Krieges verwüsteten ganze Landstriche, radierten einige Siedlungen aus - eigentlich alle bis auf Fürstenborn. Auch hier kam es zu einer Entscheidungsschlacht vor Dunkelbrunn, einem Magierduell zwischen dem Erzmagier von Dunkelbrunn und dem Hofmagier Arduls, der das Weltentor erschaffen hatte. Dieses Magierduell konnte der Hofmagier für Seldaria entscheiden; der Hochmagier zu Dunkelbrunn aber starb damals wohl, vor rund 300 Jahren (1077 TZ).
..., der sich anschloss, hält im Wesentlichen bis heute. Der Zustrom der Portal-Ankömmlinge stabilisierte die im Krieg arg geschundene Stadt, führte aber auch zu neuen Spannungen, allein schon aufgrund der kulturellen Unterschiede. Noch aber nahmen diese nicht überhand, denn Ardul und auch seine Nachfolger regierten mit Geschick und Umsicht. Zudem half, dass nach dem Tod des Erzmagiers auch der Einstrom von düsteren Gesellen endete. Es wurde gefolgert, dass das geheimnisvolle Portal und der Hochmagier aneinander gebunden sind und daher die Gefahr auf alle Zeiten gebannt war.
Nach Arduls Tod (1101 TZ) wurde der Name Ardul zum Beinamen eines jeden Fürsten, so groß war die Verehrung für den Helden und Landesgründer. Die Halblings-Siedlung Weilersbach entstand zu dieser Zeit und wurde später zum Stadtteil Fürstenborns, ebenso entstanden in dieser Zeit die Kanalisation, der Fürstenpalast, der überkonfessionelle 'Freie Tempel'. Die Stadt und somit fast synonym auch das Land wuchs und gedieh.
... entstand aus einer Landschenkung Fürst Revil Ardul V (also dem 5ten Fürsten Seldarias) an einen Paladin-Orden. Alle Herrschaftsrechte über das Land wurden vor nunmehr rund 80 Jahren (1300 TZ) seitens des Fürsten für ein begrenztes Gebiet abgegeben; im Gegenzug schwor der Orden für alle Zeit Gefolgschaft und wacht seitdem über den Osten des Landes (und damit insbesondere Hammerhütte). Hoch angesehen war und ist der Orden bis heute, auch wenn dieses Ansehen einige Schrammen bekam in letzter Zeit.
Der Paladin-Orden stieß zufällig auf seinem Gebiet auf das einzige ausbeutbare Eisenvorkommen des Landes, was die Stadt davon erlöste, alles teuer importieren zu müssen; andererseits schuf dies aber eine neue Abhängigkeit gegenüber dem Eisenmonopol.
... führte zur Regentschaft der aktuellen Fürstin. Vor wenigen Jahren (1364 bis 1376 TZ) herrschte noch ihr Vater Taruk Ardul VII mit relativ harter Hand über das Land Seldaria. Ihm war das Weltentor und der entsprechende Zustrom von Neubürgern ein Dorn im Auge; nicht bezüglich ihrer Wirkung auf die Bevölkerungszahl, aber wegen den Auswirkungen auf die heimische, alteingesessene Kultur. Mit starren Beschlüssen sollte durchgesetzt werden, dass der fremdländische Einfluss auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens zurückgedrängt wird. Die Lage eskalierte, als dann zum Jahreswechsel 1376 Taruk auch noch das Bier verbieten lassen wollte (als fremdländisches Getränk). Die Einwohner mit Portalreise-Hintergrund waren inzwischen deutlich in der Mehrzahl und sie waren es vor allem, die sich das nicht bieten lassen wollten. Selbst Nicht-Biertrinkern war bewusst, dass es als nächstes einen Brauch erwischen könnte, der ihnen etwas wert war. Ein regelrechter Volksaufstand entzündete sich und erfasste immer größere Teile der Bevölkerung, bis Ardul , zum Abdanken gezwungen war, nachdem auch große Teile seiner Machtbasis in Verwaltung und Garde die Gefolgschaft aufkündigten. Seine Nachfolgerin wurde seine damals 6jährige Tochter Eleara, die bis heute regiert.
Die Aufständischen erzwangen zahlreiche Veränderungen. Natürlich wurden sämtliche Beschränkungen zurückgenommen. Hinzu kam, dass der absoluten Herrschaft des jeweiligen Fürsten ein System zweier Räte zur Seite gestellt wurde: einmal aus Amtsträgern und einmal aus gewählten Stadtteil-beauftragten. Außerdem wurde die Garde zerschlagen in einen zivilen und einen fürstlichen Teil, die heutige Stadtwache und Fürstengarde. Die meisten Verwaltungsbereiche unterstehen nun ziviler Führung. Das Fürstenhaus büßte also massiv an Macht ein. Die folgenden Jahre sollten allerdings zeigen, dass diese Entwicklungen auch Nachteile hatten, denn Fürstenborn verlor erheblich militärische Reaktionsgeschwindigkeit. Hinzu kommt, dass ein Kind wie die heutige Fürstin in den Ränkespielchen der Mächtigen sicher einen naturgegebenen Nachteil hat, egal wie gut die Ratgeber sind. Und auch Ratgeber können mit vergifteter Zunge sprechen.
... ist letztlich das Resultat der Vergangenheit - so sagt man. Und das stimmt auch. Die Minengesellschaft ist in letzter Zeit härter geworden, unnahbarer, so erscheint es manchen; aber in den letzten Konflikten mit Orks und einigen von den Südlanden unterstützten Verbrechern stand sie fest an der Seite Fürstenborns. Gerüchteweise wurden Dunkelelfen gesichtet, und zwar welche, die erst in letzter Zeit kamen. Der Gedanke macht sich breit, dass das geheimnisvolle, zweite Portal wieder aktiv sein könnte. Was das wohl zu bedeuten hat?